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Hundliche Lehrmeister und Co-Trainer
Meine Hunde, das sind (auf dem Bild von rechts nach links): Ben, mein am 3. Juli 2003 geborener Bardino-Labrador-Mischling, Ilias, mein am 18. März 2006 geborener "Grieche", Athos, mein am 29. August 2004 geborener Malinois und Seppl, mein am 11. November 2006 geborener Schäferhund-Rottweiler-Mix.
Meine Hunde sind mir eine große Hilfe. Sie sagen mir über die Hunde, die es zu trainieren gilt, viel mehr als jeder Mensch es je könnte. Ihre Körpersprache zeigt mir an, „wer der andere ist“. Darauf stelle ich mich ein und trainiere entsprechend.
Ben ist der Partner, der mich lehrte, was einen aggressiven Hund antreibt und was er benötigt, um die Aggression durch ein neues Verhalten ersetzen zu können. Artgenossen wissen ihn als ruhigen und Sicherheit vermittelnden Partner zu schätzen.
Seppl brachte mir bei, wieviel Einfluß menschliches Verhalten auf das des Hundes hat. Falsch geführt war er aggressiv gegen Menschen. Bei mir war er es nie.
Ilias zeigte mir, wie furchtbar Ängste einen Hund quälen können und wie wichtig ruhige, souveräne Menschen sind, um diese Qual zu nehmen. Ilias zeigte in der Familie, die ihn nach seiner Ankunft aus Griechenland bei sich aufgenommen hatte, zunächst Unsicherheit. Panisches Verhalten entwickelte er, weil ihm niemand wirklich half. Nachdem die ersten Menschen an ihm gescheitert waren, zog er auf eine Pflegestelle um. Als er zu mir kam, hatte er über Wochen und Monate kaum geschlafen. Durch viel Ruhe und Schutz in alltäglichen Situationen fand er zurück ins Leben.
Athos bewies mir, daß Hunde „Triebtäter“ sein können. Von seinen Vorbesitzerin war der so ungeheuer arbeitswillige Hund bis zu acht Stunden am Tag in eine Flugbox gesperrt worden. Angeblich, weil er dominantes Verhalten aufgebaut hatte. An meiner Seite war er nie etwas anderes als ein Traumhund, der schlicht und einfach eines ist: ein Malinois. Richtig ausgebildet und gefordert zeigt er, in welch rasendem Tempo soein belgischer Schäferhund alles tut, lernen, leben und arbeiten.
Ben, Seppl, Ilias und Athos: Sie sind die "Vorzeige-Hunde", die beweisen, was und wieviel sich erreichen läßt, wenn Menschen Hunden klare Strukturen und Hilfestellung besonders in Streßsituationen geben. Sie zeigen mir, über welch unvergleichliche Fähigkeiten unsere Hunde verfügen und daß wir sie lediglich „abrufen“ müssen. Sie lehrten mich „hundisch“.
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Hinter jedem großen Mann steht eine Frau. Oder etwa ein Hund?
Richard Wagner schrieb einen Teil seiner Opern mit Hilfe von Peps. Der Hund saß auf einem Hocker neben Wagners Klavier. Während Wagner am Klavier spielte, was er komponiert hatte, beobachtete er Peps' Reaktionen ganz genau. Der Legende nach soll der Hund einen besonderen Sinn für die Wirkung bestimmter Tonarten gehabt haben. Während er bei Es-Dur, der Tonart der Zärtlichkeit, sanft den Kopf zur Seite legte, jaulte er bei d-moll, der Tonart des Todes, ganz fürchterlich. Womit Wagner wußte: Wenn das Motiv "romantisch" werden sollte, mußte er Es-Dur in der Partitur notieren, wenn's eher "jenseitig" zu sein hatte, eben d-moll.
(Quelle: Stanley Coren, "Hunde, die Geschichte schrieben") |